Hintergrundbild
Bochum |  Bottrop |  Dortmund |  Duisburg |  Essen |  Gelsenkirchen |  Hagen |  Hamm |  Herne |  Mülheim an der Ruhr |  Oberhausen |  Impressum
» Wohnungsmarkt Ruhr » weitere Arbeitsschwerpunkte » Best-Practice-Beispiele

 Projekte Duisburg

 

Duisburg-Neumühl - Abriss und qualifizierte Bestandsentwicklung

 

Das gesamte Areal der Großwohnanlage in Duisburg-Neumühl umfasst ca. 20.600 m² und 367 Wohnungen in 25 Gebäuden, die in den 70 Jahren auf einer vorherigen Werkssiedlung im Zuge der Schießung der Zeche Neumühl 1/2 und der späteren Realisierung des Gewerbeparks Neumühl errichtet wurden.

 

Aus Sicht des ehemaligen Ministeriums für Bauen und Verkehr des Landes NRW (MBV NRW) und der Stadt Duisburg war das Quartier in seiner alten Form und seines Wohnungsbestandes nicht mehr zukunftsfähig.

 

Durch die Kooperation zwischen der Sahle Baubetreuungsgesellschaft mbH, der Stadt Duisburg und dem Land NRW ist durch Mittel der Wohnraumförderung, der KfW, der Kommune und durch eigene Investitionen von Sahle Wohnen in enger Abstimmung gemeinsam ein Nutzungskonzept erarbeitet worden.

 

Das Konzept beinhaltet die Bausteine „Abriss“, „Umbau“, „Modernisierung" und „Neubau“.

 

Duisbur Neumühl - Wohnprojekt SahleVon dem ursprünglichen Bestand mit 367 Wohnungen wurde ohne Inanspruchnahme von Fördermitteln 110 Wohnungen barrierefrei modernisiert. Die achtgeschossigen Hochhäuser sind teilweise zurückgebaut worden. Durch Rückbau und Grundrissverkleinerungen stehen dem Wohnungsmarkt 54 Wohnungen weniger zur Verfügung. Statt bisher verwinkelter und verschachtelter Gebäudestrukturen entstanden neue, freie Sichtachsen mit Grünflächen. Die Wohnsiedlung wurde dadurch erheblich entdichtet (1,18 zu 0,89 GFZ) und erhielt ein neues Erscheinungsbild.

 

Um die Wohnungsnachfrage nach kleinen, altengerechten, barrierefreien Wohnungen befriedigen zu können, wurden die neustrukturierten Wohngebäude energetisch Duisbur Neumühl - Wohnprojekt Sahlemodernisiert und erhielten ein neues Heizungs-, Strom- und Kommunikationssystem. Die Wohnräume und Treppenhäuser wurden zeitgemäß aufgewertet und die Gebäudezugänge wie auch die Bäder barrierefrei umgestaltet.

 

Zur Abrundung des Gesamtkonzeptes errichtete Sahle Wohnen im Jahr 2009 mitten in der Wohnsiedlung einen dreigeschossigen Neubau als sogenanntes "Nachbarschaftshaus". In diesem zentralen Komplex wird im Erdgeschoss ein umfangreiches Service- und Dienstleistungsangebot für Mieter aller Generationen vorgehalten werden, wie z.B. ein ambulanter medizinischer Dienst, der für die Bewohner 24 Stunden täglich verfügbar ist. In den Obergeschossen sind 20 Pflegeplätze eingerichtet, so dass pflegebedürftige Senioren in ihrem gewohnten Wohnumfeld verbleiben können und weiterhin ein enger Kontakt zu Angehörigen aus dem Quartier/Stadtteil erhalten bleibt.

 

Duisburg - Bruckhausen - Schaffung eines Grüngürtels

 

Bruckhausen, im Duisburger Norden gelegen, gilt heute als der Inbegriff eines "benachteiligten Stadtteils". Dies war in den Jahrzehnten nach dem Bau des ersten Stahlwerks im Jahr 1889 durch August Thyssen nicht der Fall. Bruckhausen wurde durch die arbeitsplatzbedingte ansteigende Bevölkerungsentwicklung zu einer Art aufstrebenden „Boomtown“, die eine wachsende Bautätigkeit mit sich zog.

 

Die Stahlindustrie grenzt heute vis-à-vis an den Stadtteil und die A42 schneidet seit 1980 die südlichen Ortsbereiche von der Grün- und Kleingartenzone am Beeckbach ab.  Umweltbelastungen in Verbindung mit einer überalterten Bausubstanz, hohen Leerständen, einer defizitären Grün- und Freiraumsituation sowie fehlender Infrastruktur, die Ursachen städtebaulicher Missstände und erheblicher Funktionsverluste.Duisburg Bruckhausen

 

Darüber hinaus ist der Ortsteil geprägt von einem überdurchschnittlich hohen Anteil an Transferleistungsempfängern (rd. 28 %). Rd. 83 % der Bevölkerung haben einen überwiegend türkischen Migrationshintergrund. Der Stadtteil hat einen Einwohnerrückgang in Höhe von mehr als 26 % in den letzten rd. 20 Jahren zu verzeichnen.

 

Dennoch hat der Stadtteil Potenziale aufzuweisen, an denen die Erneuerungsstrategien anknüpfen: Neben einer sehr gut vernetzen Trägerstruktur zeichnet sich der Stadtteil durch ein hohes Engagement aus. So ist der Runde Tisch Bruckhausen bereits seit mehr als 20 Jahren aktiv. Die "Jugend" ist ein weiteres Potenzial, zählt der Stadtteil doch zu den jüngsten in Duisburg.

 

In den vergangenen Jahren konnten durch zahlreiche Projekte und Maßnahmen des Programms Soziale Stadt NRW Teile der Problemlagen verbessert werden. Die generelle Problematik der Gemengelage konnte jedoch nicht aufgelöst werden.

 

Duisburg Bruckhausn, Projektplan Der Rat der Stadt Duisburg hat am 10.12.2007 die Durchführung des Projektes Grüngürtel Duisburg-Nord in den Ortsteilen Marxloh, Bruckhausen und im Bereich Beeck (Arnold-Overbeck-Straße) beschlossen. Bereits seit Anfang der 1990er Jahre werden in den Ortsteilen integrierte Stadtteilerneuerungsstrategien im Rahmen des Handlungsprogramms Soziale Stadt NRW umgesetzt.

 

Zur Behebung der städtebaulichen Missstände wird im Ortsteil Bruckhausen und im Bereich Beeck (Arnold-Overbeck-Straße) eine Sanierungsmaßnahme nach §§ 136 ff. Baugesetzbuch (BauGB) durchgeführt.

 

Ziel der Sanierungsmaßnahme im Ortsteil Bruckhausen ist die Entzerrung der Industrienahtlage durch die Gestaltung eines Grüngürtels als Landschaftsbauwerk sowie die maßgebliche Beseitigung der festgestellten städtebaulichen Missstände. Dadurch sollen folgende weitergehende Ziele erreicht werden:

  • Schaffung von qualitativ hochwertigem Grün- und Freiraum mit einer hohen ökologischen Bedeutung und einer hohen Aufenthaltsqualität für die Bevölkerung
  • Verbesserung der städtebaulich-räumlichen Situation durch die Beseitigung städtebaulicher Missstände
  • Lärmminderung durch die Abschirmungsfunktion des Grüngürtels
  • Verbesserung der wohnungswirtschaftlichen Situation

 

Weitergehend soll für den gesamten Ortsteil die bisher verfolgte integrierte Stadtteilerneuerungsstrategie fortentwickelt werden. Von zentraler Bedeutung ist es, die Funktionalität Bruckhausens zu erhalten und die Ortsteilstrukturen weiter zu stabilisieren. Entwicklungsziele im Sinne der Fortschreibung der Stadtteilerneuerungsstrategie sind:

  • Stabilisierung der Einwohnerzahlen und damit der soziostrukturellen Situation
  • Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität durch Grün und stabilisierte Ortsteilstrukturen


Im Bereich Beeck (Arnold-Overbeck-Straße) ist die Entwicklung eines Gewerbegebietes mit Grünbereich vorgesehen. Die vorhandene Gewerbenutzung soll verbleiben und im Bereich der heutigen Wohnnutzung soll zusätzliche gewerbliche Nutzung, z. B. auch zur ortsnahen Verlagerung von Gewerbebetrieben aus dem Sanierungsbereich Bruckhausen, ermöglicht werden.


Zur Realisierung ist in Teilen des Sanierungsgebietes die Aufgabe der Wohnnutzung und der Rückbau der dort vorhandenen Gebäude erforderlich.

 

Dieser Grüngürtel soll u. a. die Grün- und Freiflächenvernetzung im Duisburger Norden fördern und den Anschluss an überregionale Grünverbindungen gewährleisten. Er soll die Lebens- und Aufenthaltsqualität in den Ortsteilen durch einen größeren Abstand zu den Industrieanlagen verbessern und das Image der Ortsteile aufwerten. Um den Grüngürtel als zusammenhängende Fläche mit einem einheitlichen Konzept umsetzen zu können, müssten die Gebäude in den betroffenen Gebieten abgerissen ("rückgebaut") werden.



Druckerfreundliche Version Druckerfreundliche Version

Beitrag als PDF-Datei herunterladen Beitrag als PDF-Datei herunterladen