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Angelika Wurst























 Projekt Bottrop

 

Im Rahmen des Programms der Landesregierung 2007 - 2010 "Teilhabe für Alle" setzte die Landesregierung Zeichen in der Behindertenpolitik und holte damit Behinderte in die Mitte der Gesellschaft. Das individuelle selbstbestimmte Wohnen stand hier im Mittelpunkt. In dieses Konzept passte eine architektonisch ansprechende Neubaumaßnahme, die ein eigenständiges Wohnen mit einer gesicherten Betreuung ermöglicht.

 

Die VSI GbR (www.vsigeneralplaner.de) errichtete in den Jahren 2009/2010 ein behindertengerechtes Mehrparteienwohnhaus in der Größe von 12 Wohnungen für selbständiges Wohnen von Personen mit geistiger Behinderung und leichten körperlichen Behinderungen an der Gnadenkirche in Bottrop, Gladbecker Str. 258 im Rahmen der sozialen Wohnraumförderung.

 

Das Wohn- und Nutzungskonzept sowie die Funktionalität des Objekts wurden im Einzelnen zwischen dem Diakonischen Werk (www.diakonisches-werk.de) und der Bauherrengemeinschaft unter Beteiligung der Stadt Bottrop -Stadtplanungsamt, Abteilung für Wohnungswesen- abgestimmt. Dabei ist es gelungen, einen Neubau zu schaffen, der 12 helle und wohnliche Apartments mit einer Wohnfläche von 45 bis 47 m² umfasst, die barrierefrei erstellt wurden. Verkehrsflächen sind offen und hell gestaltet, sodass sich ein großzügiger und wohnlicher Eindruck schon im Eingangsbereich einstellt. Die Ausstattung der Wohnungen ist hoch funktional und ermöglicht auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität ein selbstbestimmtes Leben.Wohnprojekt an der Gnadenkirche, Bottrop

 

Der Neubau ist in seinen Ausmaßen und der Fassadengestaltung der auf der gleichen Fläche liegenden Gnadenkirche angepasst und lässt den Blick auf den Kirchvorplatz und die Kirche selber frei. Hier ist architektonisch ein integriertes Bild gelungen, das den gesamten Platz aufwertet.

 

Bei dem Betreuungsangebot handelt es sich um eine aufsuchende Betreuung in der eigenen Wohnung. Von dem Fachdienst werden die Mieter regelmäßig aufgesucht und in sämtlichen Dingen des Alltags begleitet. Dabei orientiert sich das Angebot am individuellen Bedarf des einzelnen Menschen mit Behinderung und bietet ein breites Spektrum an Unterstützungsleistungen in den Bereichen Wohnen, soziale Integration, Tagesstruktur, Umgang mit und Akzeptanz der Behinderung, Krisenmanagement etc.

 

Im Unterschied zu bereits bestehenden Betreuungsangeboten bietet das Haus an der Gnadenkirche den Vorteil, dass dort mehrere behinderte Menschen unter einem Dach leben. Die Mieter des Hauses können in dieser Wohnform Unterstützungspotentiale im Zusammenleben entwickeln. Mögliche Gefahren sozialer Isolation, die sich bei Einzelpersonen ergeben könnten, werden durch das gemeinschaftliche Wohnen vermieden.

 

Die behinderungsbedingten Einschränkungen der Bewohner werden durch das zusätzliche ambulante Betreuungsangebot der Diakonie kompensiert.

 

Vor dem Hintergrund des allseits geforderten Selbstbestimmungsrechtes für Menschen mit Behinderungen ist wichtig, dass die betreuten Personen eigene Mietverträge abschließen und auch ihr Wunsch- und Wahlrecht hinsichtlich der Auswahl des ambulanten Dienstes wahrnehmen können.

 

Unter Würdigung dieser herausragenden sozialen Komponente beteiligte sich die Stadt Bottrop an der Finanzierung der Baumaßnahme durch die Gewährung eines einmaligen Baukostenzuschusses mit dem Ziel, das Mietniveau dauerhaft unter den Wert der Höchstdurchschnittsmiete im Rahmen der sozialen Wohnraumförderung (Bewillungsmiete 4,07 EUR/m²/mtl.) zu senken. Der Baukostenzuschuss wurde aus dem Aufkommen der Anwendung der sog. Zweckentfremdungsverordnung und der Fehlbelegungsabgabe aus kommunal geförderten Mietwohnhäusern finanziert. 



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